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SOFIE 3

Über mehr als drei Jahrzehnte hat Ecker Architekten einen heterogenen Bestand an Objekten angesammelt – Möbel, Leuchten, Archivsysteme und Arbeitsmethoden, geprägt durch den täglichen Praxisbetrieb. Ein Eigentümerwechsel am bisherigen Standort zwang das Büro zur Verlagerung. Der Umzug machte die Last langjähriger Routinen und materieller Rückstände sichtbar, eröffnete zugleich aber die Möglichkeit einer kritischen Neubewertung: eine Trennung zwischen dem, was lediglich angesammelt war, und dem, was dauerhaft von Wert blieb.

Die neuen Büros befinden sich in einem deutschen Neo-Renaissance-Gebäude von 1881 am Bismarckplatz in Heidelberg. Großteils sind die originalen Einbauten, Parkettböden und dekorativen Stuckdecken erhalten und verankern den Raum in seinem historischen Kontext. Anstatt diese Elemente zu neutralisieren, behandelt die Innenraumgestaltung sie als aktive Bestandteile der Arbeitsumgebung, wodurch Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander bestehen können.

In diesem Rahmen liest sich die Möbelsammlung des Büros wie eine komprimierte Geschichte des modernen Designs, von der Heldenzeit der Moderne über „Mid-Century Modern“ bis hin zu Leuchten aus den späten 1960er- bis 1980er-Jahren. Viele Objekte gelten als moderne Klassiker, doch sie werden nicht als unveränderliche Ikonen behandelt. Sie werden modifiziert, neu zugewiesen und dürfen sich weiterentwickeln. Eames-Stühle wechselten im Laufe der Zeit ihre Untergestelle und Nutzungsarten. Ein Jean-Prouvé-Tisch dient als Hauptschreibtisch, dessen Stahlgestell mit einer maßgefertigten Holzplatte eines lokalen Schreiners kombiniert ist. Alle Arbeitsplätze stehen auf Le-Corbusier-LC6-Untergestellen, einheitlich in RAL 7000 lackiert, und erzeugen so eine visuelle Kontinuität im gesamten Büro.

Pragmatische Elemente sind ebenso zentral. Druckerschränke und Regalsysteme unterstützen den täglichen Betrieb. Wandregale, gefertigt von einem lokalen Schmied nach einem Entwurf von Egon Eiermann, haben das Büro über mehrere Umzüge hinweg mehr als zwanzig Jahre begleitet, Patina angesammelt und sich an neue Raumkonfigurationen angepasst. Die Materialbibliothek nutzt einfache Kieferregale, die über etliche Generationen aufgebaut wurden, und spiegelt damit einen pragmatischen Ansatz für Wiederverwendung wider, der auf Langlebigkeit statt auf Austausch setzt.

Diese Entscheidungen folgen klaren Prinzipien: Das Büro priorisiert hochwertige Gestaltung und Materialien, wählt Oberflächen nach Haltbarkeit und Kombinierbarkeit aus und betrachtet jedes Objekt sowohl als eigenständige Einheit als auch als Teil eines größeren Systems. Farbe wird als bewusstes Gestaltungsinstrument eingesetzt. Gesättigte Töne kommen gezielt zum Einsatz, während geschichtete Neutraltöne Tiefe erzeugen.

Der resultierende Arbeitsraum ist weder Showroom noch Archiv. Er ist eine Arbeitsumgebung, geprägt von Kontinuität, Anpassung und Wiederverwendung. Der Umzug nach Heidelbergs Sofienstraße 3 bündelt Jahrzehnte an Erfahrung in einem räumlichen Rahmen, der für fortlaufende Transformation ausgelegt ist.

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